AKW Krsko sofort vom Netz!

Der jüngste Vorfall zeigt es einmal mehr, dass wir russisches Roulette spielen, bei dem längst die halbe Trommel durchgelaufen ist. Wieder einmal sind wir an einer beinahe Katastrophe vorbeigeschlittert, auch wenn derzeit noch gar nicht abzuschätzen ist wie groß der tatsächliche Schaden ist. Die Lobby spielt den Vorfall geübt herunter, dennoch zeigt die Auslösung der Alarmkette, wie unsicher die Betreiber vor Ort selber waren. Zur Stunde wird medial verbreitet, wir hätten alles überstanden und zu keinem Zeitpunkt hätte es eine Gefahr für die Bevölkerung gegeben. Ein drastischer Kühlwasser Verlust ist jedoch ein dramatischer Vorfall, der keineswegs zur Kraftwerksroutine gehören sollte. Die Tatsache das der Meiler mitten in einer Zone liegt, die Erdbeben mäßig auch noch aktiv ist und Risse der Aussenhülle mit bloßem Auge erkennbar sind, lassen kein anderes Urteil zu, als die sofortige Stilllegung des AKW Krsko!

Hiermit fordern wir die sofortige Abschaltung des AKW Krsko und die Stilllegung aller Atomanlagen!

[a]utonome [c]astor [g]egnerInnen [b]erlin – 05.06.2008

Uranmüllzug im Münsterland gestoppt !!

Wir veröffentlichen eine Erklärung des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen vom 04.06.2008

Heute Abend wurde der Uranmüllzug von Gronau nach Russland im Münsterland bei Steinfurt-Borghorst von der Polizei gestoppt. Grund: Eine französische Umweltaktivistin hing zwischen den Bäumen über der Strecke. Diesmal hatte die Bundespolizei ihr spezielles Kletterteam aus St. Augustin sofort zur Stelle, sodass der Zug gegen 21.15 Uhr nach 75 Minuten weiterfahren konnte. Zuvor hatten in Münster rund 70 Leute mit einer Demo gegen den Uranmüllexport und die drohende Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau protestiert.
Der Widerstand gegen die Uranmüllexporte der Urenco nach Russland lässt nicht nach. Am frühen Abend hatte 70 Leute eine entschlossene und bunte Demo vom Hauptbahnhof Münster zum Rangierbahnhof und wieder zurück durchgeführt. Die sichtlich nervöse Polizei war im Verhältnis 1:1 vor Ort und war besonders scharf auf Live-Filmaufnahmen. Dagegen gab es auf der Demo immer wieder Proteste, aber die Polizei versucht immer wieder, das Demorecht einzuschränken. Dennoch ließ sich die Demo nicht einschüchtern und sorgte rund um den Bahnhof für viel Aufmerksamkeit.

Es war eine halbe Hundertschaft in Münster sichtbar, plus Bundespolizei, Zivis etc. In Gronau war eine halbe Hundertschaft Bundespolizei und auch an der Strecke war sehr viel Polizei, sodass insgesamt mindestens zwei Hundertschaften im Einsatz waren.

Dennoch hing plötzlich hinter Borghorst eine Umweltaktivistin in den Bäumen, sodass die Polizei den Zug anhielt. Inzwischen bereitet sich die Bundespolizei offensichtlich generalsstabmäßig auf die Urantransporte der Urenco vor – und hatte das Kletterteam aus St. Augustin gleich mitgenommen. Im Januar hatte die Bahn dieses Spezialteam schriftlich als „GSG 9″ bezeichnet.

Die Umweltkletterin wurde festgenommen und nach Münster zur Bundespolizei gefahren.

Der Uranzug fuhr um 21.15 Uhr weiter, kam um 22 Uhr in Münster an und verließ Münster um 22.25 Uhr Richtung Niederlande/Rotterdam. Von dort geht es per Schiff (MV Schouwenbank, Reederei Wagenborg aus Delfzijl/NL) nach St. Petersburg und nach Novouralsk am Ural.

Laut EON-Chef Bernotat soll der Uranmüllexport 2009 gestoppt werden. Doch allein dieses Jahr sind schon vier Transporte mit insgesamt rund 4000 t Uranmüll nach Russland zur Endlagerung unter offenem Himmel exportiert worden.

Außerdem droht laut Urenco „schon in den nächsten Wochen“ der drastische Ausbau der UAA in Gronau. D. h. noch mehr AKWs sollen mit Uranbrennstroff made in Gronau beliefert werden. EON und RWE als Urenco-Aktionäre setzen offen auf den Ausbau der Atomenergie – von Atomausstieg keine Spur.

Daran wird wohl auch der schwere Störfall im slowenischen AKW von heute Abend nichts ändern. Ganz wie immer heißt es, „alles ungefährlich“ und „alles unter Kontrolle“. Doch Atomkraft lässt sich nicht kontrollieren.

Da kann es nur eine Konsequenz geben: Atomanlagen stilllegen – sofort und weltweit !!

Erstveröffentlichung: http://de.indymedia.org/2008/06/219270.shtml



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